Geburt ohne Medikation: Definition, Motive und Abgrenzung
Begriffsklärung und Abgrenzung Definition: „Geburt ohne Medikation“ (vaginale Geburt ohne oralen/epiduralen/analgetischen Einsatz) Unter „Geburt ohne Medikation“ wird in der Regel eine vaginale Geburt verstanden, bei der während der Eröffnungs‑ und Austreibungsphase auf pharmakologische Schmerzlinderung verzichtet wird. Das schließt systemische Analgetika (z. B. intravenöse oder orale Opioide), inhalative Analgetika (z. B. Lachgas/Stickstoffmonoxid) und neuraxiale Verfahren (Peridural‑/Epidural‑ oder Spinalanästhesie) aus. Nicht immer einheitlich geregelt ist, ob Medikamente, die erst unmittelbar nach der Geburt gegeben werden (z. B. prophylaktisches Oxytocin zur Geburtshilfe oder eine lokale Oberflächen‑/Infiltrationsanästhesie zur Dammnaht), die Klassifikation aufheben; in vielen Studien und Praxisbeschreibungen gelten solche Maßnahmen nicht als Bruch der „unmedikamentierten“ Geburt. Wichtiger Unterschied: „ohne Medikation“ bedeutet nicht automatisch „ohne jegliche geburtshilfliche Intervention“ — eine unmedikamentierte Geburt kann dennoch Induktion, Geburtseinleitung, Wehenverstärkung oder instrumentelle Entbindung umfassen. Schließlich ist zwischen der intendierten…